Ricarda Essrich

30. September: Heute ist Tag der Übersetzer!

30. September 2013 | (0) Kommentare

Wusstet Ihr, dass es auch für unsere Zunft einen speziellen Tag gibt? Heute, am 30. September, begehen wir den Tag der Übersetzer. Wieso heute? Weil am 30. September 420 Hieronymus, der Kirchenvater und Bibel-Übersetzer, starb. Ins Leben gerufen wurde der Feieranlass bereits 1954 von der französischen Übersetzervereinigung FIT (Fédération internationale des traducteurs), seit 1991 gibt es ihn als offiziellen internationalen Tag.

Sehr schön formuliert finde ich den (ansonsten leider recht kurzen) Beitrag bei Wikipedia in diesem Satz:

„Dieser Tag bietet die Gelegenheit, Stolz auf einen Beruf zu zeigen, der zunehmend an Bedeutung gewinnt in einer Zeit fortschreitender Globalisierung.‟

Ja, stolz bin ich.

Und auf die Bedeutung von Übersetzungen möchte ich nochmal hinweisen: Schaut Euch Euer Bücherregal an. Wie viele Bücher sind von deutschen Autoren und auf Deutsch verfasst? Wahrscheinlich nicht annähernd so viele wie aus dem Englischen, Französischen, Schwedischen oder Spanischen übersetzte Werke. Ein sehr großer Teil des deutschen Buchmarkts besteht aus Übersetzungen. Es braucht Übersetzer, um uns den Zugang zu internationaler Literatur zu ermöglichen.

Aber natürlich werden nicht nur in der Buchbranche Übersetzer gebraucht. Im Zuge der immer internationaler werdenden Geschäftswelt, in der Landesgrenzen kaum noch eine Rolle spielen, funktioniert fast nichts ohne Übersetzungen. Verhandlungen, Verträge, Bedienungsanleitungen für international vertriebene Produkte ... die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Ich erlebe das tagtäglich: Norwegische Behörden schreiben Straßenbauprojekte auf Norwegisch aus, und deutsche Baufirmen bewerben sich auf diese Projekte. Um international agieren und wettbwerbsfähig bleiben zu können, brauchen sie Übersetzungen, z.B. von Ausschreibungsunterlagen und Angebotsdokumenten. Und da komme ich ins Spiel.

So lange maschinelle Übersetzungen die Kreativität und Vielfalt von Sprache nicht vollständig erfassen und verarbeiten können, werde ich diesen Beruf auch noch lange machen. Und das ist gut so, denn ich bin stolz auf meine Arbeit, mache sie gerne und könnte mir keine bessere vorstellen.

Und ich finde, das darf man am Internationalen Übersetzertag auch ruhig mal verkünden.

(Und präsentieren, was man schon übersetzt hat, darf man auch:)

 

Bild: Dr. Stephan Barth / pixelio.de

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