Ricarda Essrich

4. Hitze

21. Juli 2010 | (0) Kommentare

Deutschland schwitzt. Und stöhnt. Stöhnt über den heißen Sommer. Jeden Tag über 30°C, in den Zügen der Deutschen Bahn gerne mal auch über 40°C. Manche sprechen mal wieder von einem Jahrhundertsommer. Wie man's hat, ist es verkehrt. Ich habe es noch gut in den Ohren, das Gejammer über den langen und kalten Winter und die Rufe nach einem schönen, sonnigen und warmen Sommer. Nun, hier ist er. Was wollt Ihr mehr?

Zugegeben, bei diesen Temperaturen fällt das Arbeiten nicht besonders leicht; Menschen schwitzen in nicht klimatisierten Großraumbüros, müssen vielleicht gar noch im Anzug bzw. Kostümchen ausharren. Ich habe schon von Flipflop-Verboten gehört! Aber selbst mit den Temperaturen angemessener Kleidung fällt die Konzentration auf wichtige Konferenzen oder das aktuelle Tagesgeschäft schwer. Wirklich produktiv ist man dann nicht. Das kenne ich ja auch. Seit Januar arbeite ich ja zweimal pro Woche zusammen mit 4 Kollegen in einem Gemeinschaftsbüro in Düsseldorf. Ich sage bewusst nicht "Großraumbüro", denn das wäre nicht nur geschönt, sondern schlicht gelogen. Wir haben zu fünft ca. 20 m² zur Verfügung. Eine Office-in-Office-Lösung, ohne Klimaanlage und Fluchtmöglichkeit. Die Sonne scheint ca. 10 Stunden direkt durch die Fenster; dazu erhitzen 7 Rechner zusätzlich das Bisschen Luft, das uns bleibt.

Wie herrlich doch die Tage, an denen ich in meinem Homeoffice sitze. Natürlich ist es hier auch warm. Aber keine Fenster, die die Sonne einlassen; nur 1 Rechner, der mich trotz der Hitze noch nicht im Stich gelassen hat. Und ich kann es mir mit allerlei Hilfsmitteln so angenehm wie möglich machen. Eine Schüssel mit kaltem Wasser unter dem Tisch kühlt die Füße, und wenn es gar nicht mehr geht, ziehe ich mit dem Notebook in den Keller und hüpfe unter die Dusche. Oder verschiebe das Arbeiten schlicht auf den Abend, wenn die Gehirnzellen wieder funktionieren und nicht mehr träge vor sich hin vegetieren.

Vielleicht kann man das als Akquiseargument nutzen? "Liebe Kunden, im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen habe ich keine Probleme mit der Hitze und bin produktiv wie nie! Probieren Sie es aus!" Gut, an der Formulierung müsste ich noch mal arbeiten. Aber das mache ich heute abend; jetzt - und das ist ja eigentlich der schönste Hitzebekämpfer - hole ich mir erstmal ein Eis aus dem Tiefkühler.

 

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