Ricarda Essrich

Blogparade: Wie ich es mit Kontaktanfragen bei Facebook, Twitter und Co. halte

Wer darf mich liken, verxingen, adden etc.?

13. März 2013 | (1) Kommentare

Wo ich mich auch umhöre, ständig fallen Sätze wie: "Da wollte mich wieder jemand bei Xing als Kontakt, nur weil wir gemeinsam in einer Gruppe sind." Oder: "Bei Facebook adde ich nur Leute, die ich persönlich kenne." Die Auswahl der Kontakte/Freunde/Follower etc. ist ein wichtiges Thema, wenn man sich mit Social Media beschäftigt. Auch Ute Klingelhöfer von Contentwork begegnet diesem Zwiespalt (rein privat, rein beruflich?) immer wieder - und heute hat sie zur Blogparade aufgerufen unter dem Titel:

Facebook, XING, Twitter und Co. – Wen lassen wir wo rein?

 

Ich glaube, früher, in den Anfangszeiten, hat sich kaum jemand, der einem sozialen Netzwerk beitrat, Gedanken gemacht über die Auswahl der Freunde oder Kontakte. Ich weiß, dass es mir so ging. Das erste Netzwerk, in dem ich mich bewegte, war Xing. Und natürlich habe ich zunächst mal nach Personen gesucht, die ich kenne. Aus Arbeit, Schulzeit oder Studium. Mit einem "professionellen" Netzwerk hatte das noch wenig zu tun. Seit (das hab ich gerade mal nachgeschaut) Mitte 2007 bin ich bei Facebook aktiv. Und auch hier habe ich erstmal relativ wahllos Personen kontaktiert, die ich kannte, privat vor allem. Und hey, könnt Ihr Euch noch erinnern, wie man sich als Netzwerk-Neuling über jeden neuen Kontakt freute?

Anfang 2008 ging ich in die Selbstständigkeit als Übersetzerin und fing an, die Netzwerke auch beruflich zu nutzen. Bei Xing suchte ich verstärkte nach potenziellen Kunden und Kollegen, bei Facebook kamen immer mehr berufliche Kontakte aus Texternetzwerken dazu. Ich ertappte mich selbst dabei, dass ich anfing, meine Postings auf "Kundentauglichkeit" zu überprüfen. Man will sich ja auch nicht outen, wenn man mit der Freundin gerade im Café sitzt, dem Kunden aber etwas von einem wichtigen "Termin" erzählt hat. wink Mit einer eigenen Unternehmensseite für meine Übersetzungsarbeit versuchte ich dann, facebookintern Berufliches und Privates zu trennen. Natürlich mit wenig Erfolg. Einzige Sortierung: Ich poste jetzt Berufliches auf der FB-Seite und Privates in meinem Profil.

Also, wen lasse ich wo rein?

 

Xing

Regelmäßig erhalte ich bei Xing Kontaktanfragen wie "Hallo, wir sind beide in der Gruppe Aufträge und Kundengewinnung" (und mit uns übrigens 7000 andere, eine Gemeinsamkeit kann ich da nur schwer erkennen), "wollen wir uns vernetzen? Denn" (und das ist mein Lieblingssatz) "Kontakte schaden nur dem, der keine hat." Gähn!!! Die meisten, die solche Anfragen verschicken, haben in der Regel fünfstellige Kontaktlisten. Und sicher mag es Argumente für ein so großes Netzwerk geben (von wegen Verbreitung etc.), aber meins ist das nicht. Ich behalte gerne den Überblick. Wenn es sich nicht gerade um Leute handelt, die ich persönlich kenne, sollten mir meine Kontakte irgendeinen "Nutzen" bringen, also z.B. mein Netzwerk an Schwedisch-Übersetzern erweitern oder sich vielleicht eines Tages als Kunden entpuppen können.

 

Facebook

Bei Facebook lasse ich Menschen rein, die ich persönlich kenne (und mag), ansonsten Kollegen, Kunden und natürlich Textinen. Es rein privat zu halten, habe ich aufgegeben.

 

Twitter

Ich nutze Twitter (leider) sehr selten, versuche aber, in regelmäßigen Abständen meine Followerliste zu überprüfen. Nun ist das Prinzip von Twitter-Followern ja eher ein einseitiges, sprich: Der Follower entscheidet sich - aus welchem Grund auch immer - meine Tweets zu lesen. Bitte, soll er oder sie doch. Das tut mir ja nicht weh. Daher blockiere ich in meiner Followerliste nur jene, die z.B. pornographische oder rechtsradikale Inhalte twittern.

 

Die anderen

Mein Profil und meine Unternehmensseite bei Google+, ganz ehrlich, habe ich aus suchmaschinentechnischen und Blogpostsverbreitungsgründen. Ich lese dort so gut wie nie, füge keine Menschen zu meinen Kreisen hinzu. Entsprechend findet hier auch keine Auswahl statt.
Bei linkedin bin ich neu, verspreche mir in erster Linie internationale berufliche Kontakte vor allem zu Kunden und Kollegen aus Skandinavien. Irgendwann. Wenn ich mal Zeit habe.

 

Übrigens:

Ich persönlich finde, bevor man sich strenge Regeln auferlegt, welche Kontakte man in welches Netzwerk lässt, sollte man sich bewusst machen: Man kann sich ihrer auch wieder entledigen. Wenn sie sich als nicht passend erweisen, wenn sie zehnmal am Tag das Gleiche posten, wenn sie einen mit Veranstaltungseinladungen und Sondertarifen auf ihre Angebote zumüllen. In jedem dieser Netzwerke kann man nämlich hinzugefügte Kontakte, Freunde, Follower etc. auch wieder entfernen. Und so eine "Social-Media-Aufräumaktion" befreit ungemein. Solltet Ihr mal ausprobieren! 


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Bild: S. Hofschlaeger  / pixelio.de

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Kommentare

Hallo Ricarda, danke für’s Mitmachen bei meiner Blogparade und die Einblicke in deine Kontaktorganisation. Als noch alles neu war, habe ich mir wirklich wenig Gedanken um die Verknüpfung gemacht. Ich habe mich einfach über jeden Kontakt gefreut, der auch zu den “Early Adopters” gehörte. So mancher Verbindung habe ich mich in der Zwischenzeit auch wieder entledigt. ;-) Liebe Grüße, Ute

Ute Klingelhöfer am Montag, 18. März 2013 um 01:00 PM

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