Ricarda Essrich

Fremdsprachen lernen im Selbstversuch

Nachtrag zu meiner Blogparade im Schwedisch-lernen-Blog

28. Mai 2013

In meiner Blogparade, zur der ich gerade auf www.schwedisch-lernen.org aufgerufen habe (es geht um das Fremdsprachenlernen und die unterschiedlichen Erfahrungen damit), erwähne ich meine Französisch-Kenntnisse, die nach mehreren Jahren Schuljahren und ein paar Versuchen in VHS-Auffrischungskursen zwar theoretisch vorhanden, aber praktisch nicht anwendbar sind. Und immer wieder ärgert mich diese Tatsache. Kolossal! Es kann doch nicht sein, dass da all diese Kenntnisse vergraben liegen und ich sie nicht nutzen kann.

Erst vorgestern wurde ich wieder mit einer solchen Situation konfrontiert. Im Zug von Berlin nach Düsseldorf steigt in Wolfsburg ein Vater mit 2 kleinen Mädchen zu und setzt sich zu mir an den Vierertisch. Er spricht auch Deutsch, aber die Familie ist offenbar französisch. Und die beiden Mädchen plappern munter drauf los, untereinander, mit Papa, und mit mir.

Und ich? Verstehe ganz viel - und kriege keinen geraden Satz heraus. Während der gesamten Fahrt höre ich den Dreien zu und bin wieder erstaunt, wie viel ich verstehen kann. Was noch alles da ist an Kenntnissen. Die Grammatik, die Vokabeln, alles noch da. Doch wenn ich sprechen will, ist es wie verhext: Knoten in der Zunge, Aussprache gruselig, Vokabeln weg.#

Doch damit ist jetzt Schluss. Die Challenge: meine Französischkenntnisse soweit auszubauen und über die Schwelle der "theoretischen" Kenntnisse zu hieven, bis daraus eine (zumindest für den Alltag) anwendbare Sprache wird. Zeitliche Vorgabe: bis zum (vermutlich für das nächste Jahr geplanten) Urlaub in der Bretagne. Das wäre doch gelacht, wenn ich als Fremdsprachendozentin und Lehrbuchrezensentin das nicht hinkriege!

Gestern morgen habe ich mich direkt bei babbel.com angemeldet. Die ersten zwei Lektionen sind schon bearbeitet. Und so werde ich mich nach und nach durch all die Kurse arbeiten, die ich selbst für Schwedisch empfohlen habe. Bis ich es kann.

Insgeheim weiß ich aber, dass wahrscheinlich nur eines hilft: sprechen, sprechen, sprechen. Die nächste Eskalationsstufe wird also ein Konversationskurs in Frankreich. Praktische Anwendung vor Ort.

O lala, quelle mission!

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