Ricarda Essrich

Mein Jahr in Büchern ‒ 2014

5. Januar 2015 | (0) Kommentare

KScheib veröffentlicht immer zum Ende des Jahres eine Liste der Bücher, die sie im vergangenen Jahr gelesen hat. Und jedes Mal, wenn ich den Beitrag lese, nehme ich mir vor, es ihr gleichzutun. Trotz aller Vorsätze hat das Tracken während des Jahres nicht geklappt, daher schreibe ich meine Liste auf dem Kopf auf, also keine Garantie für Vollständigkeit.

Die Leselust war in diesem Jahr etwas getrübt, das ist vielleicht normal, wenn man den ganzen Tag mit Text arbeitet, wahnsinnig viel für den Job lesen muss und will und außerdem noch einen Umzug bewältigt. Trotzdem bin ich im Nachhinein doch ganz erstaunt, wie viele Titel zusammengekommen sind. Aber weil ich doch einige Kilometer in Laufschuhen zurückgelegt habe, ergänze ich hier noch die Hörbücher aus diesem Jahr.


Büchertipps für 2015 sind übrigens ‒ trotz meines sehr umfangreichen RuBs (Regal ungelesener Bücher) immer willkommen!

Viel Spaß beim Stöbern!

Bilder Babyalarm und Gud er bare...: People's Press
Bild Mannen som slutade ...: Pocketförlaget

 

Dan Josefsson: Mannen som slutade ljuga. Selten hat mich ein Sachbuch so fasziniert. Ein Mann gesteht 27 Morde, die er nicht begangen hat, und narrt viele Jahrzehnte Polizei, Psychologen und Justiz, weil jeder nur sieht, was er sehen will. Dabei ist er selbst Opfer einer übereifrigen Psychologin, die ihre These um jeden Preis bestätigt sehen will.
Mark Anthony: Die letzte Rune. Teil 1 einer Fantasyreihe, ganz spannend, aber es ist wohl einfach nicht mein Genre.
Miriam Neidhardt: Überleben als Übersetzer. Gilt als der Ratgeber für Übersetzer. Für Neulinge sicher sehr hilfreich, aber für meinen Geschmack etwas zu sehr an der Oberfläche.
Jo-Jo Moyes: Ein ganzes halbes Jahr. Hach ... Schön. Schnüff. Mehr muss dann dazu nicht sagen.
Vibeke Dorph: Babyalarm. Ebenfalls dänischer Gutachterstoff über eine Frau, bei der die Grenzen zwischen Realität und Wahnsinn verschwimmen. Mäßig spannend.

Ken Follet: Sturz der Titanen und Winter der Welt. Rechtzeitig zum Erscheinen des Abschlussbandes der Jahrhunderttrilogie Band 1 gelesen und Band 2 gehört. Geschichte und Schmöker – Follet versteht sein Handwerk. Band 3 ist wohl in 2015 fällig ‒ vermutlich wieder als Hörbüch; ich trainiere schließlich auf einen Halbmarathon hin.

Hape Kerkeling: Der Junge muss an die frische Luft. Ich mag es normalerweise nicht, wenn Promis über ihr Leben schreiben. Bei Hape Kerkeling ist das anders. Auf den steh ich eher nicht so, wenn ich ihn höre oder sehe. Aber ich lese ihn gern. „Ich bin dann mal weg“ habe ich verschlungen. Und auch sein aktuelles Werk ist wunderbar zu lesen. Weil Kerkeling sich nie mit seinen Büchern besonders hervortun will. Ich habe das Gefühl, er schreibt einfach auf, was raus muss. Wunderbar.
Robert Galbraith: Der Ruf des Kuckucks. Krimi von J.K. Rowling. Solide Unterhaltung, die mich als Hörbuch über viele Kilometer Laufstrecke gebracht hat.
Colin Cotterill: Dr. Siri und seine Toten. Ich finde Krimis, die in fremden Kulturen spielen, inzwischen viel reizvoller als die immer gleichen amerikanischen oder skandinavischen Titel. Besonders, wenn der Protagonist so liebenswert unbedarft und clever daherkommt wie der uralte laotische Dr. Siri. Gelesen von Jan Josef Liefers eines großartiges Hörvergnügen.
Donna Tart: Die Geheime Geschichte. Psychologisches Buch. Wenig Krimi. Irgendwie spannend, aber es hat doch eine Weile gedauert, den dicken Wälzer zu bewältigen.
Tom Epperson: Hyänen. Typischer amerikanischer Krimi eigentlich und daher nicht besonders spektakulär. Besonders wird er durch die Eigenart des Autors, mitten im Kapitel, meist mitten im Absatz fließend die Perspektive zu wechseln. Erst ein paar Zeilen später merkt man, wer gemeint ist. Verwirrend und gut.
; Pia Ziefle: Länger als sonst ist nicht für immer. Ein Spontankauf. Pia Ziefle ist wie ich Mitglied in meinem Lieblingsnetzwerk Texttreff. Ihr Erstling „Suna“ war ein riesen Erfolg. Bei einer Lesung auf der Buchmesse am Büchertisch entdeckt und sofort mitgenommen. Schön.
Graham Greene: Der dritte Mann. Bei Titeln aus der Reihe „muss man gelesen haben“ bin ich noch ziemlich unbedarft. Dieser Klassiker war längst fällig.
Cover wird nachgereicht Christian Frost: Gud er bare hund stavet bagfra. Dänischer, leicht überzeichneter Krimi, den ich begutachten sollte. Trotz der wüsten Konstruktion gute, humorige Unterhaltung.
Urs Widmer: Ein Leben als Zwerg. Die Welt aus der Sicht eines schrumpeligen Plastik-Disneyzwergs. Schräg und anstrengend, wartet daher auf Beendigung 2015.
Brigitte Hamann: Elisabeth. Kaiserin wider Willen. Ausgelöst durch einen Wien-Besuch samt Sissi-Museum entstand der Wunsch, mehr über die Kaiserin aus den Kitschfilmen zu erfahren, vor allem mehr von ihr, die viele Tausend Gedichte geschrieben hat, zu lesen. Brigitte Hamann ist Historikern und beleuchtet das Leben der Kaiserin fern vom Film-Kitsch. Sehr interessant, kurzweilig geschrieben, doch sehr umfangreich und daher in 2015 zu beenden.

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