Ricarda Essrich

Rezension: BrainRead. Effizienter lesen - mehr behalten.

Lesen wie die Schweden

13. Juni 2013 | (0) Kommentare

BrainRead - Lesen wie die Schweden.

Ein Titel wie gemacht für mich.

Es geht also um schnelles und dabei effizienteres Lesen. Dass ich schnell lesen kann, weiß ich. Allerdings habe ich oft das Gefühl, nur die Hälfte davon im Kopf zu behalten. Mit Effizienz scheint das so gar nichts zu tun zu haben. Mein vorrangiges Ziel: Effizienz steigern.

Vor ein paar Wochen hielt ich dann das Rezensionsexemplar in den Händen, und so sieht es aus:

Autor: Göran Askeljung
Titel: BrainRead. Effizienter lesen - mehr behalten.
Verlag: Linde international
ISBN: 978-3709305072
Preis: 16,80 €

 

Das Buch beginnt direkt mit einem Test der Lesegeschwindigkeit. Dazu wird vorher erklärt, wie Lesetempo gemessen wird und worauf es dabei ankommt.

Mein Testergebnis war wider Erwarten ziemlich gut: 226 Wörter pro Minute, dabei 80% Verständnisrate. Aber da geht noch was.

Die Geschwindigkeit zu erhöhen und dabei effizient zu lesen, das ist das Ziel von Göran Askeljungs Programm. Lesen wie die Schweden - denn die Schweden sind schnelle und gute Leser. Das liegt dem Autor nach vor allem an der Untertitelung im schwedischen Fernsehen (wieder einmal, bringt es den Schweden doch außerdem schon früh sehr gute Englischkenntnisse). Wer schon als Kind lernt, ganze Wortgruppe innerhalb weniger Sekunden zu erfassen, der hält sich auch sonst beim Lesen nicht mit einzelnen Buchstaben oder Wörtern auf.

Denn - so Askeljung - schneller wird nur, wer mehrer Wörter auf einmal erfassen und verstehen kann. Schlüsselwörter und Satzeichen helfen zusätzlich. Chunken nennt man das.

Neben den Techniken zum schnelleren Lesen ist aber auch noch wichtig, wie wir lesen. Bei jedem Text (mit Ausnahme eines Romans) sollte uns vorher klar sein, warum wir ihn lesen, was wir von ihm erwarten und wie viel Information wir daraus benötigen.

Für manche Texte ist vielleicht sogar das Lesen in Chunks noch zu langsam (und unnötig gründlich). Hierfür stellt Askeljung Techniken wie Skimming und Scanning vor, um die Geschwindigkeit noch weiter zu erhöhen und dabei trotzdem einigermaßen effizient zu bleiben.

Aber: Lesen wie die Schweden ist harte Arbeit. Es ist beileibe nicht damit getan, das Buch zu lesen. Um dauerhaft sein Lesetempo zu erhöhen und gleichzeitig alle notwendigen Informationen zu verstehen und zu behalten, müssen Auge und Gehirn trainiert werden. Immer wieder. Bis es weh tut (naja, bis die Augen merklich angestrengt sind). Askeljung bietet daher nicht nur die theoretischen Grundlagen an, wie man sein Lesetempo und die Effizienz steigern kann, sondern auch viele Übungen Augentraining und Gehirnjogging - im Buch und auch auf der zugehörigen Website. Und diese Übungen gilt es, regelmäßig und intensiv durchzuführen.

Ich muss gestehen, mir fehlt dazu die Zeit. Ein paar der Übungen habe ich gemacht, doch man muss wohl dranbleiben, um einen dauerhaften Effekt zu erzielen. Ich gebe noch nicht auf - das Buch wird auch nach der Rezension mahnend auf dem Tisch liegen bleiben. Und wenn ich so, wie ich derzeit jeden Tag brav eine Lektion Französisch mache, schaffe ich es hoffentlich auch irgendwann, jeden Tag ein wenig Augen- und Lesetraining zu machen.

Na, wie lange haben Sie für den Beitrag gebraucht? wink

 

 

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