Ricarda Essrich

Rezension: Die leichte Küche Skandinaviens

25. Februar 2011 | (1) Kommentare

Skandinavische Küche? Köttbullar, Knäckebrot und verfaulter Fisch! Nicht zu vergessen das "Smørrebrød" natürlich! Ja, ja, diese Vorurteile kenne ich zur Genüge. Und hej, was ist gegen Köttbullar einzuwenden? Doch die skandinavische Küche hat noch mehr zu bieten, viel mehr, und das zeigt die dänische Köchin und Journalistin Trine Hahnemann in ihrem Kochbuch "Die leichte Küche Skandinaviens", das gerade in deutscher Übersetzung im Umschau Verlag erschienen ist, auf eindrucksvolle Weise. Ich bin Kochbuch-Fan. Ich habe viele, schaue sie gerne an, koche aber kaum etwas daraus. Einfach weil meist die Gelegenheit dazu fehlt. Man nimmt es oft vor, ja, aber meist wählt man dann aus seinem Repertoire aus Standardgerichten. Trotzdem: Kochbücher anzuschauen macht – wenn sie gut gemacht sind – Lust auf gutes, gesundes und leckeres Essen. Und das funktioniert bei Trina Hahnemanns Buch ausgezeichnet. Als ich das Buch zur Rezension bekam, war ich  sofort vom Cover angesprochen. Da strahlt mich auf den Punkt gegarter Lachs mit frischem Gemüse an.Überhaupt: Die Bebilderung ist grandios. Ich mag Kochbücher mit schönen und ansprechenden Fotos, wenn das beschriebene Gericht so abgebildet wird, dass man beim Durchblättern eigentlich den zu erwartenden Geschmack schon auf der Zunge bzw. den Duft in der Nase hat. Was ich nicht erwartet hatte: einen Diätratgeber. Auch wenn der Titel "leichte Küche" das ja ein wenig impliziert. Es ist auch keiner. Oder vielleicht ein wenig. Ganz "leicht" vielleicht. Die Texte rund um die Rezepte drehen sich viel um Stichwörter wie "Abnehmen, Kalorien und Hungergefühl". Das hat mich zunächst ein wenig irritiert, einfach weil ich es nicht so erwartet hatte. Was zeichnet die moderne skandinavische Küche aus? Sie ist leicht, es werden überwiegend regionale und vor allem saisonale Produkte verwendet, und sie kann sich durchaus auf internationaler Ebene messen lassen. Trine Hahnemann geht in einem einleitenden Kapitel näher auf nordische Lebensweisen und Ernährungsgewohnheiten ein und beschreibt die typischen Zutaten. Fisch und Meeresfrüchte bilden natürlich eine wichtige Komponente, Getreideprodukte, Kohlsorten, Wurzelgemüse sowie Pilze und natürlich Obst und Beeren. Klingt langweilig? Klingt nach gutbürgerlicher Küche? Das kommt darauf an, wie man die Zutaten kombiniert und zubereitet. Wie wäre es mit einem "Sandwich mit Petersilienpesto und fein gegartem Fisch"? Oder lieber eine "Verschärfte Blumenkohlsuppe mit grünen Chilis und Garnelen"? Unbedingt ausprobieren möchte ich auch den "Fenchelsalat mit Erdbeeren, Ziegenfeta und Himbeervinaigrette". Soll ich weitermachen? ;-) Fazit: Ein rundum gelungenes Kochbuch mit ansprechenden Fotos, angenehmer Typo und vor allem tollen, leichten Rezepten, die Lust auf die skandinavische Küche machen. So, und ich gehe jetzt erstmal einkaufen, Zutaten nämlich. Heute gibt's bei mir "Smørrebrød mit Lachstatar"!

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Kommentare

Hej Ricarda,
das klingt richtig gut. Mein Kochbuchregal bricht auch bald zusammen und ich kann nicht aufhören weitere zu kaufen. Kannst Du das Buch mal mitbringen?
Wünsche Dir ein schönes Wochenende.
Lieben Gruß
Iris

Wir sehen uns übernächste Woche. Hast Du noch mal nach Ånglagard geschaut?

Iris Jansen am Freitag, 18. März 2011 um 01:43 PM

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