Ricarda Essrich

Rezension: Südschweden. Zeit für das Beste

Reiseführer von Claudia Rothkamp, Thomas Krämer, Petra Woebke

10. Juli 2012 | (0) Kommentare

Wo könnte man einen Reiseführer über Südschweden besser rezensieren als vor Ort? Dachte ich mir und packte den Südschweden-Führer von Claudia Rothkamp, Thomas Krämer und Petra Woebke, erschienen im Bruckmann Verlag, ins Urlaubsgepäck.

"Highlights - Geheimtipps - Wohlfühladressen" verspricht der Reiseführer für die insgesamt 288 Seiten. Was zunächst auffällt: sehr viele Fotos. Alle Kapitel sind mit reichlich Bildmaterial aufgehübscht, Zusatzinfos und nützliche Hinweise in farbigen Kästen vom restlichen Text abgehoben. Für meinen Geschmack ein wenig zu viel des Ganzen, ich hätte mir mehr Fokus auf den Text gewünscht anstatt auf die Gestaltung. Und: Alle Fotos sind mit Bildunterschriften versehen, darunter auch nicht erklärungsbedürftige bzw. nicht schwedenbezogene Bilder. Zu einem Bild mit 2 Pferden auf einer Weide die Bildunterschrift "Pferde lieben den Auslauf in der weiten Landschaft" (S. 222) wirkt gezwungen und ist anstrengend.

Zum Inhalt: Südschweden hat viel zu bieten, da sind die Autoren und ich uns einig. So gliedert sich "Südschweden. Zeit für das Beste" in 7 Kapitel, die je ein Gebiet Südschwedens bzw. am Schluss einige Schwedeninfos enthalten. Von Skåne bis zum Vänernsee, von Göteborg bis Stockholm ist alles enthalten. Die klassischen Reiseziele und Sehenswürdigkeit führen die Autoren auf. Darüber hinaus habe ich beim Lesen jedoch "das gewisse Etwas" vermisst, das Besondere über die Standard-Touristenziele hinaus. Auch hatte ich das Gefühl, die Autoren kratzen bei ihren Beschreibungen nur an der Oberfläche; einen etwas detaillierteren und tiefergehenden Blick auf so manches Reiseziel hätte ich mir gewünscht. Bei der Menge der behandelten Orte und Sehenswürdigkeiten wäre das aber vermutlich nicht möglich gewesen.

Und ein weiterer Kritikpunkt fällt mir auf: Ich finde das Buch sommerlastig. Alle Reisetipps, alle Fotos, alles spielt sich nur im Sommer ab. Dass Südschweden sich z.B. im Herbst hervorragend zum Wandern eignet und im Winter traumhaft schöne Schneespaziergänge möglich sind, erfährt der geneigte Schwedenurlauber nicht.

Schön dagegen die Rubrik "Mal ehrlich". Die Autoren zeigen in kleinen Anmerkungen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt in Schweden, und welche scheinbare Top-Touristenattraktion man sich getrost schenken kann.

Mein Fazit: Als alleinigen Reisebegleiter bei einer Rundreise durch Südschweden kann ich "Südschweden. Zeit für das Beste" von Claudia Rothkamp, Thomas Krämer und Petra Woebke nicht empfehlen. Es fehlt ihm an Details und Ausführlichkeit, ein paar Karten wären auch hilfreich gewesen. Um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, vielleicht als Hilfe bei der Entscheidungsfindung für oder gegen Südschweden als Reiseziel, ist das Buch aber sicher geeignet.

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