Ricarda Essrich

Ein verlockendes Angebot

22. August 2013 | (0) Kommentare

Mal wieder ein Beispiel aus der Reihe: Wenn Übersetzer zu solchen Preisen arbeiten, wundert mich nicht, dass das Image des schlechtbezahlten Berufes sich so hartnäckig hält:

 

 

Zur Erklärung: das Registrierungsformular einer internationalen Übersetzungsagentur (mit "outstanding references"). Im Feld oben rechts konnte man seinen Preis pro Wort eingeben, über ein Drop-down-Feld. Mehr als 0.09 Euro pro Wort konnte man aber nicht einstellen. (Das war der Moment, in dem ich die Registrierung abgebrochen habe.)

Aber nicht genug, dass der maximale Wortpreis limitiert ist - man legt mir auch nahe, einen niedrigeren Preis zu akzeptieren, damit mehr Aufträge kommen: 0.035 Euro pro Wort (etwa ein Viertel meines Mindestpreises)! Verlockend!Ein  Nicht.

 

(Und bevor jetzt wieder einige der Kollegen auf den „bösen Übersetzungsagenturen“ rumhacken, die die armen Übersetzer ausbeuten: Ich arbeite mit einer ganzen Reihe von Agenturen zusammen, auch international, die sehr wohl anständige Preise bezahlen und eine sehr angenehme Zusammenarbeit bieten. Also keine Pauschalisierung bitte!)

 

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